Einschlagen der Platten |
Schadensbild und -ursachen
In allen Räumen war die Feuchtigkeit in den Wänden bis 1,5 m
aufgestiegen. Der Kalkputz hatte beulenartige Ausbuchtungen und lag als
Schale hohl vor der Wand. Deutlich sichtbar zeichneten sich wolkenartige
Salzkrusten auf dem Innenanstrich ab. Im unteren Wandbereich war der Putz
abgerieselt und zerbröselt, oberhalb der Fußleisten stellenweise
so stark, dass
die Ziegelsteine sichtbar wurden.
In den letzten Jahren hat es mehrere Versuche gegeben, den Wasserangriff
auf das Bauwerk abzuwehren. Zunächst hatte man eine Ringdränage
eingebaut, diese jedoch an die Dachentwässerung angeschlossen. Die
Maßnahme erwies sich als wenig wirkungsvoll. Das durch die Blätter
der umstehenden Bäume vielfach verstopfte und verschlammte Entwässerungssystem
hatte durch Rückstau zu einer Bewässerung des Drainagegrabens
geführt. Die Schäden wurden vergrößert. Außerdem
wurden Bohrlochinjektionen angelegt. Art und Menge des Injektagemittels
konnten nicht mehr ermittelt werden. Die Wirkung des Materials hatte nicht
ausgereicht, um die Feuchteschäden langfristig zu vermeiden. Die Kapillarität
der Mauersteine, Fugen und des Putzmörtels waren nach der Behandlung
so groß, dass die Feuchtebelastung an den Verdunstungsoberflächen
Putz und Mörtel durch Salzkristallisation in ihrem Gefüge zerstörte.
Gegen die Einwirkung von Spritzwasser hatte man einen Schutzsockel aus
Basaltlavaplatten rings um das Gebäude eingebaut. Die Maßnahme
erwies sich als wirkungsvoll und dauerhaft. Spritzwasser als Ursache für
die Feuchtebelastung schied somit aus. Korrosionsschäden aus Kondensatanfall
konnten wegen des dicken Mauerwerks, der permanenten Heizung und der geringen
Nutzungsfeuchte ebenfalls ausgeklammert werden. Als Ursache blieb nur die
aufsteigende Feuchte infolge der fehlenden Sperrlage und hygroskopische
Effekte aufgrund der Versalzung. |